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Regenerativer Strom in M´muock

Am 27. Januar kamen wir wieder aus Deutschland zurück, mit im Gepäck hatten wir nicht nur kleine Geschenke, eine Erkältung und Dinge fürs Projekt, sondern auch meinen Vater Reinhold. Er hatte sich überreden lassen, das Abenteuer Afrika auf sich zu nehmen und uns beim Aufbau der Demonstrationsanlagen in M´muock zu helfen.

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Am Anfang haben wir uns natürlich erstmal in Buea akklimatisiert und wieder Kräfte gesammelt. Edwin, war in der Zwischenzeit recht fleißig und hat Informationen über die potentiellen neuen Projektdörfer zusammengetragen. Diese Informationen haben wir dann besprochen und ausgewertet. Als großen Fortschritt haben wir auch die Anwerbung eines viel versprechenden Handerkers gewertet. Francis lebt mit seiner Familie in Menji, die größte Stadt in unserer Projektregion, und er ist guter Bekannter von Vincent, des Leiters von Nkong Hilltop. Das sind einige Gründe, die schon vorab für ihn sprechen: Er kommt aus der Region, hat dort seine Familie und kennt die Leute. Also wird er sich in Zukunft nicht für ein Visum in die USA bewerben, so wie es die meisten jungen Handwerker tun. Durch die Bekanntschaft zu Vincent ist eine gewisse soziale Bindung gegeben, die etwas die Nicht-Existenz von geschriebenen Verträgen ausgleichen kann. Francis arbeitet hauptsächlich im Hausbau, aber er hat einiges an Geschick, was andere handwerkliche Arbeiten betrifft.

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Allerdings müssen wir noch abwarten, ob er sich mit den eher filigranen Arbeiten bei unseren Turbinen bewähren kann.

 

Unterdessen haben wir versuchsweise die automatische Tröpfenbewässerung in unseren Garten in Buea installiert, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten. Der Vorteil dieser Bewässerungsmethode liegt in der gezielten Wasserabgabe nur an die Wurzeln der Pflanze, ohne dass das ganze Feld bewässert werden muss und ein Großteil des Wassers verdunstet. So kommt das System mit einem Bruchteil des Wassers aus mit dem traditionelle Methoden, wie Überflutung oder Sprinklerbewässerung arbeiten.

Natürlich gingen wir auch gleich daran das System zu „kamerunisieren“, also auf lokal vorhandene Materialen abzuändern. Das funktioniert erstaunlich gut: Wir haben einen günstigen Schlauch benutzt, der eigentlich für die Verlegung von Elektro-Kabeln gedacht ist (Denselben Schlauch benutzen die Bauern in Mmuock für die Bewässerung ihrer Felder) und die Tröpfchenanschlüsse aus Lüsterklemmen und Bambus gebaut. Den Tank haben wir aus Maschendrahtzaun und Plastikfolie gebaut.

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John, unser Nachbar war gleich so begeistert, dass er uns ein System für Testzwecke abgenommen hat. Er meinte so etwas habe in Kamerun Zukunft -  Wir stimmen ihm da komplett zu.

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Eine noch einfachere Methode ist das Anbohren des Schlauches und Wiederauffüllen des Lochs mit Stoff. Dieses System stammt ursprünglich von der NGO Emas international aus München.

 

Natürlich wollten wir auch unsere Wind- und Wasserturbinen endlich in M´muock aufstellen. Nachdem auch scheinbar das Problem mit der elektronischen Schutzschaltung für das Windrad überwunden war, und wir einfache Batteriewächter aus Deutschland mitgebracht haben (sie sollen in Zukunft von Kamerun nachgebaut werden) schienen alle technischen Probleme aus dem Weg geräumt.

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Gemeinsam mit Franzis, meinem Vater und vielen interessierten Dorfbewohnern haben wir zuerst den besten Standort für das Wasserkraftwerk ausgesucht. Dabei haben wir darauf geachtet, dass auch bei Hochwasser die Turbine nicht unter Wasser stehen wird. Anschließend haben wir die Rohrleitungen verlegt und einen kleinen Damm aus Steinen und Sandsäcken gebaut.

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So staut sich das Wasser hinter dem Damm und fällt anschließend gute 10m in die Tiefe, wo es die kleine Turbine an einer Autolichtmaschine antreibt und so Strom erzeugt.

 

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Nach ein paar kleineren Problemen konnte die erste Batterie an der Ladestation (ungefähr 40m entfernt) geladen werden. Trotz der relativ hohen Fallhöhe erzeugt die Anlage im Schnitt nur um die 100Watt.

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Das liegt zum einen daran, dass wir ein „Blockholz“ eingebaut haben, damit nicht die gesamte Turbinenbreite vom Wasser genutzt wird.

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Zwar würden wir wesentlich mehr Strom bekommen, dafür würde aber auch die Turbine bei diesen Kräften schneller verschleißen. Zum anderen haben die 40m Kabel einen sehr hohen Verlust durch den Widerstand (das können fast 20% der Leistung sein). Schließlich müssen wir auch mit dem Wasser haushalten, da im Moment der Höhepunkt der Trockenzeit ist und die Bäche sehr tiefen Wasserstand haben.

Trotzdem ist es ohne Probleme mit diesen 100Watt möglich eine unserer Batterien innerhalb eines Tages zu laden. Damit haben wir unser Ziel mehr als erreicht.

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Nachdem wir alle Rohrleitungen verlegt hatten, haben wir aus ein bisschen Zement ein kleines Fundament gegossen, damit die Turbine einen festen Halt hat und auch nicht geklaut werden kann.

Erst spät am Abend sind wir wieder an unserem Haus angekommen und waren zuversichtlich, dass alles funktionieren wird.

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Am nächsten Tag ging es zum Standort unserer Windturbine. Musa hatte uns Baumstämme und Steine für den Turm organisiert.

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Mit einer Kettensäge habe wir die Stämme auf die richtige Länge gebracht und anschließend mit einem Handbohrer die Löcher für die Windradhalterung gebohrt. Leider brach der 13mm!!! Bohrer beim letzten Loch ab, so dass wir ungefähr eine Stunde auf Ersatz warten mussten. Der Ersatzbohrer funktionierte aber nicht richtig, so dass es wieder mal an der Zeit war zu improvisieren und das Beste aus der Situation zu machen. Also mussten die Querverstrebungen in den Boden miteingegraben werden, statt sie auf halber Höhe ans die anderen Maststämme zu schrauben.

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Zwischenzeitlich kam Dr. Thieleke gemeinsam mit seiner Frau aus Foumban zu einem Kurzbesuch. Die beiden verbringen den Winter seit einiger Zeit in Kamerun und sind auch schon mit dem Auto von Deutschland nach Kamerun gefahren…

 

Nachdem der Turm für eine Trockenübung ohne Windturbine aufgestellt wurde, war es an der Zeit die Maschine zum Laufen zu bringen. Gleich nachdem sie aufgerichtet wurde, begann sie sich wie wild zu drehen, die Leute klatschten und wir waren glücklich.

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Nun musste aber noch unsere Elektrik angeschlossen werden. Der „Schaltkasten“ hat neben der Elektronik auch einen Strommesser und zwei Schalter, mit denen man die Turbine einmal von der Elektronik trennen kann und anschließend die Turbine in einem Notfall oder zu Wartungsarbeiten kurzschließen kann.

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Dabei ist es wichtig eben diese Reihenfolge einzuhalten: erst Elektronik trennen, dann kurzschließen. Beachtet man dies nicht, und das Windrad dreht sich gerade extrem schnell, kann der hohe Strom beim Kurzschließen die Elektrik zerstören. UND genau das ist natürlich passiert. Ein „hilfbereiter“ Handwerker hielt mir den Schaltkasten zur Installation und obwohl ich vorher noch jedem ausdrücklich die Anweisung gegeben habe, auf keinen Fall irgendetwas zu berühren, war die Neugier zu groß… Er legte den Schalter um, und ein paar hundert Watt grillten die Elektronik……

Damit war die Idee mit der Windradinstallation erstmal gestorben. Die Elektronik kann leider im Moment nur in Buea von einem Elektriker hergestellt werden. Ich verstehe leider davon zu wenig, um es in irgendeinem Dorf reparieren zu können.

 

Es gab also einen kleinen Rückschlag, aber die Wasserturbine funktioniert und die ersten Testpersonen haben von Chief Festus die Batterien gemeinsam mit einer Lampe erhalten.

 

 

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