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Sojabohnen, Karotten, Bäume pflanzen und das Ganze gedüngt mit Müll in Schulfarmen…


Beltha heißt sie – unser neuer Hoffnungsträger, sie ist 22 und hat Umweltwissenschaften in Buea studiert. Ein lustiges Kerlchen ist sie auf jeden Fall, und sie hat Style – das muss man ihr lassen. Zieht sie doch zum arbeiten im Feld mit den Schülern in M’muock Fosimondi Kniestrümpfe an (andere Menschen würden barfuß arbeiten oder  Gummistiefel anziehen – nein, sie stellt ihre Sandalen hin und zieht sich Kniestrümpfe (wohl gemerkt ohne Schube!) an – fand ich ziemlich witzig J ).k640_k1024_dsci0094.JPG

Einen Vorteil hat sie schon mal gegenüber den ewig sturen kamerunschen Männern – sie lässt sich was sagen, hört zu, begreift schnell und setzt Anregungen sofort um. Ob das am Alter oder am Geschlecht liegt – keine Ahnung, aber angenehm macht das die Zusammenarbeit auf jeden Fall!

 

Aber von vorne. Beltha arbeitet seit Mitte März mit und für uns im Bereich Umweltbildung. Sie soll den Themenbereich dann in Zukunft auch alleine für Nkong Hilltop managen, und dazu muss sie jetzt natürlich erst mal jede Menge lernen. Interesse hat sie u.a. an Wastemanagement und sie weiß Bescheid über Gefahren von Pestiziden und Chemikalien in der Landwirtschaft und Industrie. Zudem ist sie begeisterte Farmerin – sie ist im Dorf aufgewachsen und interessiert sich für Bioanbau und das Ausprobieren in der Praxis. Super also!

Ein kleiner Dickkopf ist sie auch, spricht sie doch mit kamerunschen Gendarmen nur englisch (was die natürlich mega ärgert, weil sie alle fast nur französisch oder Pidgin sprechen) und sie lässt sich von keinem über den Tisch ziehen – das ist mal klar J. Ein Mädel ganz nach meinem Geschmack also J.

 

Zudem hat sie Interesse an biologischem Anbau, Müllmanagement und anderen Themen die helfen die Umwelt zu schützen und gleichzeitig den Menschen helfen. Wollen wir mal hoffen, dass ihr Enthusiasmus und ihre Wissbegier erhalten bleiben!

Ersten Ärger gab es allerdings auch schon – so wollte sie doch glatt ihren Plastikmüll auf der Fahrt aus dem Fenster werfen – ihre Aussage: Hab im Moment keine andere Wahl. Ich scheine da wohl wirklich allein auf weiter Flur zu stehen mit der Idee, dass man den Müll zu den offiziellen Sammelstellen in den Städten bringt… Nun ja. Auch das wird sie lernen…

 

Die Bio-Rockerlady :)

FlorenceUnd noch ne Powerfrau haben wir inzwischen kennen gelernt und zwar in Kumba. Hier ist die Dame! Coole Maschine oder? Florence heißt die Gute und sie hat 2007 ein Training zu biologischem Anbau und Produktion von Bio-dünger in Japan erhalten. Daraufhin hat sie ihre Organisation Nature is Life gegründet und die produzieren inzwischen in großem Stil Bio-Dünger (siehe Foto) und sind dabei eine Modellfarm für Bio-Anbau in Kumba aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Florence hat uns viel erzählt und erklärt und im April fahren wir sie noch mal besuchen, um mehr zu erfahren. Zudem wird sie im April einen Workshop für die Frauen in unserem Dorf zum Thema Kompostierung, Mischkultur und Fruchtwechsel geben. Gefunden haben wir diese mega Ressource durch Jan – er hat in Japan ein FÖJ gemacht und die Powerfrau dort kennen gelernt und ihr Projekt in Kumba dann besucht. Danke Jan!!! (Im Bild: Biodünger aus Kumba)

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Wir werden sicherlich weiter mit ihr zusammenarbeiten, denn die Frau hat nicht nur Power, sondern auch Wissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

k1024_dsci0030.JPGIn Kumba gibt es so einiges spannendes, so u.a. diese kleinen Elektrotaxis – die sind neu dort, kommen aus China! Klasse Sache oder? Ob so besonders zuverlässig ist die Frage, denn der Strom fällt im Moment auch in Buea mal wieder recht häufig aus… Inzwischen gibt es immer wieder Regenstürme und die scheinen die Leitungen hier nicht so ganz auszuhalten…

 

 

 

 

Politik wo man hinsieht…

k1024_dsci0026.JPGHerausgefunden haben wir zudem, dass dieses Wasserkraftwerk hier zwischen Buea und Kumba in den 70er Jahren (aus politischen Gründen, um der Südwestprovinz nicht zuviel Macht zu geben) einfach mal abgeschaltet wurde…

 

 

 

 

 

 

 

Umweltbildung in M’muock

Das Thema Umweltbildung und nachhaltiges Ressourcenmanagement in M’muock Fosimondi nimmt nun also Konturen an. Es wird ein langer und steiniger Weg (wie wörtlich ca. jeder Weg in Kamerun…) werden. Unsere Zielgruppen mit denen wir zunächst arbeiten sind Schüler und Frauengruppen.

 

Dazu hatten wir uns im Februar erstmal gemeinsam mit einigen Lehrern und Frauengruppen überlegt welche Projekte sinnvoll sein könnten, um auf die Umweltprobleme und mögliche Lösungen aufmerksam zu machen. Natürlich müssen das praktische Projekte sein, da waren wir uns einig, denn einfach nur Workshops zum Thema: Eure Böden sind ausgelaugt und das Wasser wird knapp, bringen wenig, zumal die meisten ja die Probleme kennen und sehen.

Und da die meisten nun mal von der Landwirtschaft leben, müssen die Projekte dieses Thema beinhalten, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen.

 

Zielgruppe Schulen: Umweltklubs

k640_dsci0052.JPGWir unterstützen nun Umweltklubs in M’muock Fosimondi, in sechs Schulen (4 Grundschulen, 2 weiterführende Schulen) mit finanziellen Mitteln und Lehrunterlagen und begleiten die Projekte für 3 Jahre. Die Ideen und Themen sollen vornehmlich von den Schülern selbst kommen. Ziel dabei ist, dass die Schüler Umweltschutz nicht nur theoretisch behandeln, sondern selbst konkrete Projekte dazu zu entwickeln und mit unserer Hilfe umsetzen. Zunächst geben wir natürlich ein paar Anregungen, aber in Zukunft sollte dies möglichst autonom laufen.

 

Im Februar hatte ich mit den Lehrern einen Workshop, bei dem wir die Struktur der Clubs besprachen und wie eine Förderung erhalten werden kann. Sie hatten von Mitte bis Ende Februar Zeit sich zu gründen und einen Aktivitäten Plan einzureichen. Das haben sie auch alle brav gemacht.

Leider haben ein paar nicht so ganz verstanden, dass wir keine chemischen Spraymittel und Dünger fördern, sondern nur den biologischen Anbau von Gemüse auf ihren Feldern fördern…. Aber das konnten wir dann noch klären.

Wir hoffen, dass durch den Anbau und das Versuchen neuer Methoden auf den Schulfeldern das Wissen über Böden, Nährstoffe, Dünger, Pesitzide und natürliche Pestizide, Mischkultur usw. öffentlich werden. Wobei wir schon jetzt merken, dass wir wohl eine Ernte-party schmeißen müssen, bei der die Eltern eingeladen werden und bei der die Kinder dann alles zeigen, was sie produziert haben…

 

Für dieses Jahr hatten die sechs Schulen, die in mehrere Untergruppen aufgeteilt sind (insgesamt sind 350 Schüler mit dabei), sich die folgenden Themen überlegt:

 

  1. Bäume pflanzen für den Schutz von Wasserressourcen

k640_k1024_dsci0075.JPGEin immer größer werdendes Problem ist die mangelnde Wasserversorgung einiger Dorfgebiete in der Trockenzeit. Das liegt zum einen daran, dass um die Wasserquellen kaum mehr Bäume stehen und viel Wasser einfach verdunstet und zum anderen daran, dass oft nur der Eukalyptusbaum gepflanzt wird, der extreeeeem viel Wasser braucht und seeeehr lange Wurzeln hat, um sich dieses Wasser zu holen.

Also haben wir uns mit ERUDEF zusammen getan, die von Trees for the Future gefördert werden und haben unsere Schüler und Lehrer von drei Schulen zu einem Workshop, den ERUDEF in unserem Dorf sowieso abgehalten hat mit hin geschickt. Dort haben die Schüler und Lehrer Infos über 4 Baumsorten bekommen und gelernt wie man sie aussäht. Und das haben wir dann später gemeinsam gemacht. Bin mal gespannt wie viele der Bäumchen was werden – wir werden weiter berichten! Die Sorten werden um Wasserstellen herum gepflanzt und helfen Wasser in der Erde zu speichern.

Die Samen sind soooo viele, dass die Kinder, wenn denn alle Samen aufgehen, einige Bäumchen mit nach Hause nehmen können und um ihre Wasserquellen und Häuser pflanzen können.

 

  1. Biologischer Sojabohnenanbau

k640_k1024_dsci0141.JPGEine der Schulen baut nun Sojabohnen an, was wir natürlich wunderbar finden, denn erstens helfen Sojabohnen wichtigen Stickstoff in die Erde zu bringen und zweitens ist Soja gesund – es hat viel Protein, was den meisten Kiddis im Dorf fehlt. Wir haben das Ganze als Mischkultur mit Mais angelegt. Und wenn wir das nächste mal hin fahren, zeigen wir (bzw. Beltha) den Kindern wie man aus Chilli und Knoblauch und Backpulver natürliche Pestizide machen kann. Wir sind gespannt J.

In dieser Schule haben dann zudem unseren ersten Kompostversuchshaufen gebaut – siehe hier die Direktorin im Mist, die den Haufen bewässert…

 

 

 

 

Life dabei – Morgenapell!

k640_dsci0119.JPGIn dieser Schule konnten wir auch beim Morgenapell life dabei sein. Das müsste man mal unseren Schülern zeigen… Um acht Uhr (offiziell um halb acht) stehen die Kinder in zweier Reihen nach Klassen geordnet und müssen erstmal militärmäßig hüpfen und sich drehen. Dann wird die Nationalhymne (täglich zwischen französisch und englisch wechselnd) gesungen und dabei die Fahne gehisst. Danach marschieren die Klassen nacheinander in ihre Klassenzimmer ab (begleitet von den anderen Klassen, die ein Marschlied singen). Ich war schwer beeindruckt. Und so geht das jeden Morgen…

 

Müll in den Feldern

Als wir dann nach kurzer Theoriestunde die Sojabohnen und Maiskörner auszupflanzen, wollten wir besonderen Wert auf Feldhygiene setzen, und zusehen, dass alles, was nicht ins Feld gehört weg kommt. Da lagen alte Schuhe, Blechdosen, Plastiktüten und Plastikbecher, alte Batterien und jede Menge anderer Müll herum. Die Kinder haben sich auch echt Mühe gegeben, das Zeug weg zu sammeln, aber mit wenig Erfolg, am nächsten Tag sah es schon wieder genauso aus. Zunächst hatten sie auch vor das Plastikzeug einfach in den Komposthaufen zu schmeißen, das konnten wir dann gerade noch verhindern! Das Thema werden die Lehrer (die übrigens ihren Müll auch einfach in die Felder schmeißen) und Beltha noch ganz schön intensiv behandeln müssen… Vor allem die Batterien sollten aus den Feldern raus… Und generell kann jeder Müll ein Überträger von Krankheiten auf die Pflanzen sein, das muss noch etwas klarer gemacht werden… Da liegt noch ein weiter Weg vor uns. Zumal die einzige Möglichkeit im Moment darin besteht den Müll zu verbrennen…

 

 

  1. Biologischer Anbau von Karotten und Lauch und Zwiebeln in Mischkultur

k640_k1024_dsci0107.JPGWieder eine andere Schule möchte gerne Karotten und Lauch anbauen, wir haben noch Zwiebeln dazugefügt und wollen nun folgendes ausprobieren. Ein Feld bepflanzen wir mit Karotten und Lauch (1 Reihe Möhren, 4 Reihen Lauch) und eines mit Karotten und Zwiebeln. Denn was wir bisher wissen, ist dass Karotten und Zwiebeln sich gegenseitig helfen, die Insekten zu vertreiben. Ob das auch mit Lauch klappt, das wird nun unser Versuch. Gedüngt haben wir hier mit dem Bio-Dünger von Florence aus Kumba. Und im April gibt es dann auch noch ein Training zum mulchen und zur natürlichen Pestizidherstellung.

Die Rezepte dafür sollen die Kiddis dann in einem Report zusammenschreiben. Bin mal gespannt!

 

Traurig aber wahr: Schlagen gehört zum Alltag…

In der Theorie wusste ich, dass körperliche Strafen zum Alltag an kamerunschen Schulen gehören (wenn auch offiziell verboten). Wenn man es dann aber life sieht ist es doch wieder was anderes. Während der Theoriestunde zum Karotten/Zwiebel Mischanbau alberte eines der älteren Mädels herum. Und ohne Vorwarnung ging der Direktor der Schule hin und schlug sie mehrfach mit der flachen Hand (immerhin nicht ins Gesicht). Beltha murmelte nur „don’t beat her“ – erst da realisierte ich, was los war. Einfach krass. Aber so sind die Kinder es hier von klein auf meist von ihren Eltern gewöhnt. Schwieriges Thema… Generell das Schulbildungsthema ist ein schwieriges für uns.

Denn die Schulen arbeiten viel mit auswendig lernen, Bestrafung, wenn man was Falsches sagt oder tut und eben auch Schlägen. Alles nicht besonders der Kreativität dienlich.

Andererseits haben die Klassen zwischen 70-90 Kindern, da wüsste ich auch nicht, wie ich da individuelles Lernen organisieren soll. Ich hab mich mit ein paar Lehrerinnen unterhalten und sie meinten, dass die Klassenstärken vor allem dazu führen, dass man nur mit denen arbeitet, die mitkommen und die halbwegs was drauf haben. Zusätzlich herrscht dann auch noch Lehrermangel und sie erhalten oft monatelang ihr Gehalt nicht. Man muss schon sehr motiviert sein, wenn man das Unterrichten dann ernst nimmt…

 

Aber zurück zu den Projekten der Umweltbildungsklubs:

 

  1. Biologischer Anbau von Bananen und Kochbananen (Plantain)

k640_k1024_dsci0057.JPGDieses Projekt wird besonders spannend. Vor allem da es Studien gibt, dass die Plantain am besten mit natürlichem Dünger wächst – mal sehen! Die Kinder hier hatten von Anfang an die Idee den Bioanbau auszuprobieren. Leider konnten wir bisher noch nicht pflanzen, da wir die Setzlinge für Plantain erst vorbestellen mussten und zudem verzweifelt auf der Suche nach Bananensetzlingen sind. Bananen isst man hier nämlich nicht so viel, denn wenn man das muss, dann ist man arm. So erklärt es zumindest Beltha. Und die riesigen Bananenplantagen produzieren alle nur für’s Ausland, oft sind sie betrieben von Europäern.

Im April geht hier also die Pflanzung los – wir werden berichten!

 

  1. Schulverschönerung durch Blumen

Drei der Schulen wollen zudem auch Blumen in ihrem Schulgelände pflanzen – eine schöne Idee, denn so können die Kinder etwas über die verschiedenen Blumen und ihren Nutzen lernen und zudem hilft es beim Müllmanagement (so hoffe ich zumindest), da man dann möchte, dass das Schulgelände schön und sauber aussieht. Wir werden sehen!

 

  1. Besuch im ans Dorf angrenzenden Gorilla-Wald

M’muock Fosimondi erstreckt sich nach dem Palast nach unten noch über mehrere Kilometer ins Tal, dort ist ein riesiges Regenwaldstück, das die Organisation ERUDEF und einige Dörfler vor Abholzung bewahren wollen (aber nicht indem sie einen Nationalpark draus machen, sondern indem die Gemeinschaft den Wald selbst schützt – ehrgeiziges Ziel würde ich sagen, aber so haben sie dann wenigstens noch die Möglichkeit selbst über den Teil mitzubestimmen). Der Grund für den Schutz des Waldes ist unter anderem der Schutz des CrossRiver Gorilla, von dem hier eine kleine Gruppe lebt (nur noch 350 Exemplare existieren Weltweit).

Dort möchte eine der Schulgruppen einen Ausflug hin machen mit dem lokalen Guide, und mehr über den Gorilla aber auch über die anderen Tier und Pflanzenarten im eigenen Wald lernen. Die Kinder möchten das Ganze dokumentieren, Fotos machen (dazu werden sie sich eine Kamera ausleihen) und einen kleinen Film über die Vögel dort drehen. Eine tolle Sache! Hinterher möchten sie ihren Mitschülern berichten und den Film zeigen und evtl. eine kleine Ausstellung mit den Fotos machen.

Meiner Ansicht nach eine wunderbare Idee! Ich bin gespannt auf den Film und die Fotos J

 

  1. Konstruktion von erneuerbaren Energieanlagen

cimg4279.JPGZwei der Gruppen der weiterführenden Schulen möchten sich gerne in der Konstruktion von erneuerbaren Energieanlagen versuchen. Da sie bisher aber sehr wenig über erneuerbare Energien und die Möglichkeiten wissen, haben wir uns gedacht, dass es erstmal sinnvoll wäre, wenn die Kinder sehen, was überhaupt möglich ist. Dazu sollen sie auf einen Besuch zu Acrest fahren. Acrest hatten wir im November schon mal beschrieben, es ist eine kamerunsche Organisation, die einen schönen Showroom gebastelt hat mit Biogasanlage, Wind und Wasserturbinen, all möglichen verbesserten Kochern usw. – und die Organisation ist nur 2,5 h Autofahrt vom Dorf weg. Also werden wir eine kleine Gruppe in einen Bus einladen und dort hin fahren. Danach werden wir den Schülern so einige Bauanleitungen und Theoretischen Materialien da lassen und sie sollen sich dann bis nächstes Schuljahr entscheiden, welche Anlage sie bauen wollen. Die Materialien werden wir ihnen dann zur Verfügung stellen.

Es bleibt spannend! Wir werden vom Besuch berichten!

 

  1. Müllmanagement

Wieder eine andere Gruppe einer der weiterführenden Schulen möchte sich mit dem Thema Müllmanagement befassen. Dazu werden wir ihnen zunächst ein Kompost-Training anbieten und dann jede Menge Anleitungen, Manuals und Geschichten aus Afrika zum Thema Müll und den Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann geben. Aus den theoretischen Unterlagen, sollen sie dann selbst eine Projektidee entwickeln. Auch hier bleibt es spannend J

 

 

Die Themen sind weit gefächert – ist wirklich jede Menge dabei! Ob alle so enthusiastisch dabei bleiben wird sich noch zeigen müssen. Sollte das Interesse bei einigen nachlassen, oder Ungereimtheiten entstehen, werden wir uns auf die fokussieren, die weiter machen möchten.

 

Zweite Zielgruppe: Frauengruppen

Für die Frauen (und interessierte Bauern) bieten wir Trainings zum Thema Kompostierung, Bodenanreicherung durch natürlichen Dünger und Mischkulturen, Fruchtwechsel, usw. an. Zudem haben wir drei konkrete Projekte ausgewählt, die wir die nächste Zeit verfolgen möchten. Dazu hatten wir ja im Februar einen Workshop mit den Frauen (siehe Blogeintrag vom Februar).

Die Themen sind: Sojabohnen, Jatropha und verbesserte Kocher.

 

Verbesserte Kocher

Das Thema ist ein leidiges. Denn es gibt keinen geeigneten Ton im Dorf. Daher suchen wir derzeit weiter nach anderen Lösungen wie man vor Ort einen Kocher bauen könnte. Das Thema ist jedoch in der Priorität etwas nach hinten gerutscht, da derzeit Pflanzsaison ist und zunächst die Pflanzen in die Erde müssen. Es ist aber nicht vergessen, sondern wird einfach leider noch etwas länger dauern…

 

(Bio)-Sojabohnen

Da Sojabohnen zum einen dem Boden helfen (bringen Stickstoff) und zum anderen sehr nährreich sind, bieten wir den Frauen ein Training im Anbau und den Verkauf der Samen an. Und zum anderen ein Training wie man dann hinterher Sojamilch, Sojajoghurt und andere Produkte daraus machen kann.

Ursprünglich wollten die Frauen lernen wie man Speiseöl daraus macht. Das ist auch weiterhin langfristiges Ziel. Wir wollen aber zunächst einen Erntezyklus abwarten um zu sehen, wie sich die Bohnen so machen, wie viel Ernte da ist und wie das langfristige Interesse der Frauen ist. Dann sollen sie sich zu einer Kooperative zusammenschließen und wir helfen ihnen eine Mühle zu erwerben, mit der sie das Öl produzieren können. Das ist aber erst der zweite Schritt. Die Mühle sollen sie dann auch gemeinsam abbezahlen.

 

Jatropha – los geht’s

cimg4177.JPGJatropha kann man als Hecke anpflanzen, sie hilft zum einen die Erdrutschgefahr zu mildern und zum anderen braucht sie kaum Nährstoffe oder Pestizide. Nach drei Jahren produziert die Hecke Nüsse aus denen man Öl zur Seifenproduktion machen kann (oder man kann es in Liszter Motoren als Treibstoff verwenden). Der Presskuchen dient als natürlicher Dünger.

Das Projekt ist so aufgebaut, dass wir die Pflanzen kostenlos zur Verfügung stellen und die Frauen dann ab der ersten Ernte 50 Prozent ihrer Ernte jährlich an Nkong Hilltop abgeben. Nkong kann damit das Projekt in andere Gebiete ausweiten oder selbst Öl produzieren und aus dem Verkauf Einkommen für das Umweltbildungsprojekt generieren. Damit wir den Frauen eine Mühle und Wissen wie man Öl und Seife daraus produziert zur Verfügung stellen, machen wir es zur Bedingung, dass sie sich als Kooperative formieren.  Die Kooperative soll nur für Frauen sein, zum einen um sie etwas besser zu stellen und ihnen weitere Einkommensmöglichkeiten zu schaffen und zum anderen, um das Management zu sichern, denn sie tendieren bekanntlich dazu weniger dazu Gelder zu versaufen und wenn sie unter sich sind, kann sie auch keiner der Männer in Machtspielchen mit verwickeln. Zudem haben die Männer bisher schlechte Erfahrungen mit Kooperativen gemacht, sie wären sicherlich sehr skeptisch, das könnte die Initiative in Gefahr bringen.

Das Thema Kooperative, Sojabohnen und Jatropha wird alles im Jahr 2009 angeleiert und im Jahr 2012 haben wir dann die erste Ernte. Derzeit erarbeiten wir noch Mechanismen wie wir sicherstellen können, dass die Frauen über die drei Jahre auf ihre Pflanzen gut aufpassen!

 

Nachhaltigkeit – Längerfristiges Engagement notwendig

k640_k1024_dsci0065.JPGEs zeigt sich also – Umweltbildung ist mit diesem Projektzyklus nicht abgeschlossen. Zunächst werden wir diese Projekte mit dem jetzigen Projektbudget starten, dazu zählen die Trainings, der erste Sojabohnenzyklus, die Pflanzung von Jatropha und die ersten Tests mit Kochern und die Unterstützung der Schulklubs für dieses und nächstes Schuljahr. Ab 2010 werden wir für die Unterprojekte Schulklubs und Jatropha, Soja und Öl- und Seifenproduktion sowie Kocher eigene Projektpläne und Budgets zusammengestellt. Mehr dazu aber in unserem Zwischenbericht und dann Ende des Jahres in neuen Projektplänen!

 

Regenwasserzisternen und Tröpfchenbewässerung

cimg5122.JPGIn unserem Plan B hatten wir ja auch vorgesehen, dass wir den Handwerkern aus dem Wind- und Wasserkraftprojekt zeigen wie man mit Hilfe von Wind und Wasserkraft Wasser pumpen kann. Wir haben nach langen Überlegungen beschlossen, dass dies keine gute Idee ist, da davon nur die „Bigmen“ profitieren würden, die dann noch mehr des Wassers nutzen als bisher schon. Es muss eher eine Lösung gefunden werden, bei der Regenwasser in der Regenzeit gesammelt werden kann und in der Trockenzeit genutzt werden kann. Dazu wollen wir in zwei der Schulen Modellanlagen installieren, die mit einfachen Mitteln und kostengünstig von Kamerunern gebaut werden. Wir finanzieren lediglich die Materialien. Die Arbeit kommt von der Dorfgemeinschaft. In den Modellanlagen zeigen wir wie man mit den Zisternen und Tröpfchenbewässerung über die Trockenzeit kommen kann und werden eine Infotafel installieren, die Kosten, Materialien und Kontaktadressen von Technikern beinhaltet, so dass Interessierte aus dem Dorf sich eine eigene Anlage bauen können. Somit würde, wenn es denn klappt, mehr Wasser gesammelt werden und die Lage an den kleinen Strömen und Flüssen würde sich evtl. etwas entspannen – so die Theorie – mal sehen, ob es klappt!

 

Haben wir die erneuerbaren Energien und unseren ersten Projektplan vergessen? NEIN!!!

Keine Sorge – die Wind- und Wasserturbinen haben wir nicht vergessen – die stehen nach wie vor in M’muock und werden dort gestestet – wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse haben wir dabei schon gewonnen. Dazu auch mehr in unserem Zwischenbericht, der in den nächsten Woche erscheint!

Und die Vorbereitungen für die Trainings in Ndongwe zur Wasserturbine und das Multipliertraining für weitere Techniker laufen auf hohen Touren. Johannes und Edwin werden dazu bald mehr berichten!

 

Soweit also erst mal wieder aus M’muock Fosimondi, mehr zur Frauenpower und den Umweltklubs gibt’s wieder Anfang Mai, nachdem wir die restlichen Samen gesät haben und die restlichen Workshops abgehalten haben!

 

Alles Liebe

 

Eure Conny

3 Antworten auf “Sojabohnen, Karotten, Bäume pflanzen und das Ganze gedüngt mit Müll in Schulfarmen…”

  1. Christiane sagt:

    Hallo Ihr,

    schon vor einiger Zeit hatte mich jemand, der Euch kennt, auf Euer Projekt aufmerksam gemacht, und nun bin ich noch bis Ende Juni hier in Buea und wuerde Euch gerne mal besuchen.

    Beste Gruesse, Christiane

  2. Conny sagt:

    Liebe Christiane,

    du bist mehr als herzlich willkommen. Habe dir eine Email mit meiner Nummer in Kamerun geschickt! Freuen uns auf deinen Besuch!

    Cornelia und Johannes

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