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Infos zum Projekt
Endlich: Die Windturbine in M’muock läuft! Und die Palastfrauen bekommen Strom aus der Steckdose!
Im Februar haben wir sie aufgestellt, damals ist ja gleich mal eine Schaltung zu Bruch gegangen und es gab noch so ein paar andere Details die geklärt werden mussten, die uns 3 Monate Zeit gekostet haben.
Am 22. Mai haben wir sie endlich zum Laufen gebraucht die Turbine, d.h. gelaufen ist sie vorher schon, nur konnten wir sie nicht an die Teilnehmer der Testphase übergeben, denn bis zu diesem Tage konnte uns keiner in Kamerun einen Überladeschutz bauen, der auch funktionierte. Ich will gar nicht zählen wie viel Stunden Johannes damit zugebracht hat, einen Elektriker zu finden, der einen vernünftigen Überladeschutz bauen kann. Denn das Problem ist, das die Turbine nicht ohne Last laufen darf, da sie sonst kaputt geht. Nun sind wir nicht die ersten mit dem Problem und Schaltpläne gibt es noch und nöcher, nur kann die in Kamerun niemand lesen… Und selbst unsere größte Hoffnung, ein aus Baffoussamkommender wirklich fähiger Elektriker, konnte keine funktionierende bauen. Der Überladeschutz soll dafür sorgen, dass die Schaltung vom Laden einer Batterie zur zweiten schaltet, wenn die eine bei 14,2 Volt ist. Leider schalten sie aber alle ständig hin und her sobald die Turbine mehr als 14,2 Volt produziert.
Das andere Problem ist, dass es an unserem Standort soviel Wind hat, dass die Batterien schnell überladen sein können. Und da wir uns nicht darauf verlassen wollen, dass derjenige, der für die Turbine zuständig ist, täglich nach der Turbine sieht, brauchen wir ein System, das halbwegs standhält…
Nun haben wir uns an die althergebrachte Lösung von Hugh Pigeott gewandt: Wir haben eine Batteriebank gebaut mit 4 Batterien, die gleichzeitig geladen werden und die permanent an der Turbine sind. Wenn diese (was unwahrscheinlich ist) über 14.2 V haben, gibt es eine Schaltung, die eine Lampe leuchten lässt, um die produzierte Energie der Turbine zu verbrauchen. Wenn diese leuchtet, dann muss Musa mit ein paar Glühbirnen die Batteriebank entladen.
Zum Laden der Batterien der Teilnehmer werden diese nun einfach an die Batteriebank angeschlossen. Was den Vorteil hat, dass diese schneller laden, aber den Nachteil, dass sie immer nur soviel geladen werden können, wie die Batteriebank geladen ist. Also nie voll/voll. Aber das ist in Ordnung und ein kleineres Problem.
Am 22. Mai haben wir dann auch den 4 Teilnehmern am Testprogramm ihre Batterien und die LED-Lampen, die Johannes in mühevoller Kleinstarbeit gebaut hat, übergeben sowie ihre Handyladegeräte. Einer hat auch einen Inverter aus Baffoussam zum Testen bekommen. In 4 Wochen wird sich zeigen, was die Leute so von der Technologie halten!
Palastfrauen jubeln: Wasserturbine nun mit Inverter direkt an die Häuser angeschlossen!
Schon im April hat Johannes die 9 Häuser der Palastfrauen direkt an die Wasserturbine angeschlossen. Wir wollten dieses neue System, das um einiges kostspieliger als die erste Variante ist (denn mehr Kabel und ein Inverter werden benötigt:
die Turbine selbst kostet 130 Euro,
jede Batterie kostet 50 Euro,
das Kabel von der Turbine zur Batterieladestation kostet 85 Euro
und die Verkabelung zum Haus nun noch mal 200 Euro!), da die Teilnehmer sich alle beklagten, dass das Batterietragen anstrengend wäre und sie lieber 230 V haben wollen.
Also hat Johannes das ganze System umgebaut. Nun ist die Turbine über 2 fixe Batterien und einen Inverter (300W, der aus 12 V 230 V macht) an die Palasthäuser angeschlossen. Dort haben bereits 6 Häuser Lampen und eine Steckdose zum Handyladen.
Die Frauen haben getanzt, als sie das Licht gesehen haben! Zu Essen gab es dann natürlich auch für uns – Achou heißt dieses Gericht (das kriegen wir immer im Palast, leider ist die Suppe immer kalt L)
Inzwischen sind die Frauen seit 4 Wochen angeschlossen und die Nachbarschaft kommt um ihre Handys dort zu laden. Die Verkabelungskosten werden vom Fon übernommen und die Turbine soll möglichst bald in das Eigentum des Palasts übergehen! Es gibt schon einige Anfragen von Dörflern, die auch so eine Turbine haben wollen – und da Francis ja nun die Turbinen bauen kann, hat er wohl damit schon die ersten Kunden J.
Das Inverter-System scheint den Leuten also besser zu gefallen, trotz der höheren Kosten.
Und die anderen Teilnehmer am Programm können auch weiterhin ihre Batterien für daheim laden (also die, denen das Batterietragen nicht zu anstrengend ist.
Nicht so erfreulich: Rohre platzen und der Damm…
Ein paar Probleme gibt es natürlich immer. So hat Johannes die Leute vom Palast schon seit Wochen gebeten, den kleinen Damm, den wir gebaut haben zu zementieren, damit die Turbine in der Regenzeit nicht weggeschwemmt wird. Bis heute ist er nicht gebaut. Aber wir haben nun eine Deadline gesetzt und gesagt, wenn der Damm nicht am 7. Juni da ist, nehmen wir alles wieder mit – mal sehen, ob das nun klappt. Zudem scheint der gute Pa Thomas (der Betreuer der Turbine) das Wasser immer zu schnell zu blockieren, wenn er die Turbine abstellen will, dabei hat er schon 2 Rohre platzen lassen, denn er kreiert dabei immer ein Vakuum. Das Problem wollen wir nun mit einem kleinen Lufteinlass lösen, denn anscheinend kann man ihm nicht oft genug sagen, dass er das Wasser langsam blockieren soll… Er hat die Rohre aber brav alle ersetzt!
Es ist halt alles neu für ihn und die Frauen im Palast. Daher wird es wohl noch eine Weile dauern bis sie die Turbine und Batterien so gut verstehen wie ihre Benzingeneratoren J. Small, small – catch monkey J
Interesse gibt es inzwischen auch wieder am Erlernen des Baus solch einer Turbine – mal sehen, ob Francis da wen ausbilden kann, wenn er ein paar mehr selber gebaut hat?
Multiplizierworkshop: Windturbinenbau
Eine ganz schön große Menge Leute haben sich schon angemeldet – für unser Windturbinentraining ab 30. Mai in Buea. Dabei wird Johannes insgesamt 35 Teilnehmern in zwei Workshops zeigen, wie man eine Windturbine bauen kann. Der Workshop findet in der Public Works School statt, die nächstes Jahr einen Lehrbereich erneuerbare Energien mit aufbauen will, bzw. das Thema bereits in Theorie behandelt hat, aber nicht in der Praxis. Dort wird dann eine der Turbinen auch aufgebaut und an die Schule zu Lehrzwecken gespendet.
Zu dem Workshop kommen 5 verschiedene Organisationen, die die Technologie selbst in ihren Projekten verwenden wollen und einige Schüler und Lehrer von 2 technischen Schulen in Buea.
Der Workshop endet am 14. Juni – einen Tag vor dem ersten Global Wind Day (www.globalwindday.de, weltweit unter www.globalwindday.org) – klasse Planung oder?
Alles liebe aus Buea
Eure Cornelia und Johannes