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Sie befinden sich aktuell in den Renewable Energy Project in Cameroon Blog-Archiven für den folgenden Tag 29.10.2008.

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Archive für 29.10.2008

Aus dem Nähkästchen – was wir sonst so treiben

Whiteman, whiteman
Whiteman, whiteman, gerne auch mal hej cherie, hej baby oder hellooo, helloooo, hellooo – oder wie heute: white girl (da hab ich fast antworten müssen, da ich ja sonst auch immer whiteman genannt werde)– daran haben wir uns schon fast gewöhnt bzw. wir haben gelernt die Zurufe zu ignorieren. An der Ecke zu unserem Office sitzt eine Gruppe von jungen Männern, die die ersten Wochen nur so vor sich hin gebrüllt haben und unsere Aufmerksamkeit wollten. Inzwischen haben sie sich an uns gewöhnt und sagen nur noch Good morning…

Unser Leben hier ist ziemlich spießig, würde ich mal sagen – wir stehen um 7.00 Uhr spätestens auf, sind um acht im Büro und gehen um 17.00 Uhr wieder heim. Mittags essen wir in einem lokalen Restaurant kamerunisch zu Mittag und abends wird gekocht – denn auf dem Markt haben wir inzwischen so einiges Gemüse entdeckt (Rote Bete, Salat, Gurken, Hannis Lieblingsgericht: Bohnen und Kohl, Sellerie, Karotten, Tomaten und Auberginen und Zuchini – das war ein Highlight als ich das gefunden hatte!)
Letztens haben wir sogar eine Brotzeit gehabt – als das Survival-Paket (nach 6 Wochen per Luftpost…) meiner Mutter mit Salami und Roggenmehl ankam .

Das Internet und mein Job in D
Bei Link Up (eine NGO mit Internet Cafe) sitze ich ca. 4-5 Tage/Monat um meinem Online-Newsletterjob zu frönen – (der Job, der uns am Leben hält ;)) – und das ist wirklich angenehm – denn hier gibt es DSL und wenn nicht zu viele Leute im Internetcafe surfen ist die Verbindung fast schon schnell . Bisher klappt das auch wirklich gut mit dem Online arbeiten – drückt die Daumen, dass es so bleibt!

Unser Garten – Versuchsfeld organic farming
Johannes hat zudem inzwischen einen Garten angelegt – und sich dabei ultra den Rücken verbrannt (er konnte 3 Tage nicht auf dem Rücken schlafen) – und richtig- wir sind zu den ultimativen Spießern geworden und bauen nun unser eigenes Gemüse an…
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Der Versuch heißt: ohne Dünger und Pestizid anbauen – ob das klappt ist fraglich, da unser Housekeeper auch einen Gemüsegarten hat und der Ansicht ist, dass wir vom Farming keine Ahnung haben, wird er uns mit Sicherheit einen Gefallen tun wollen und eines Tages, wenn wir heimkommen, ist alles unter Pestizid gesetzt – ich weiß es jetzt schon!

Der Garten

Während Johannes sich in Douala gequält hat und unseren Garten angelegt hat, habe ich mich dann auch für eine Woche flach gelegt – allerdings nicht mit einer coolen Tropenkrankheit, sondern mit

Nasennebenhöhlenentzündung – wie langweilig…
Da geht man also extra nach Afrika, um sich wenigstens eine der Krankheiten, die sich nach Abenteuer, Spannung und aufregendem Leben anhören, einzufangen – also eine Krankheit mit der man daheim dann so richtig angeben kann – nach dem Motto – ich habe den Biss einer schwarzen Mamba trotz Malaria überlebt - und was bekomme ich??? Nasennebenhöhlenentzündung. Ich konnte also noch nicht mal richtig jammern – war ja „nur“ ne Nasennebenhöhlenentzündung, allerdings heißt sie hier mit Sicherheit auch Malaria – schließlich hatte ich ja Kopfweh und dann muss es Malaria sein. Vielleicht hätte ich doch zum Arzt gehen sollen und mir die Nasennebenhöhlenentzündung ohne Fieber in eine Malaria umdeklarieren lassen sollen. Dann wäre ich zumindest auf dem Papier interessant…
Bleiben wir also bei meiner Nase – die ich während der Krankheit täglich 3 mal freiwillig mit Salzwasser spülte (kotz, würg) und die ich naturgemäß zu dieser Zeit nicht viel aus der Tür hinaus streckte. Ich verbrachte also die Woche mit unseren Fernsehrprogrammen. Mein Favorit ist nach wie vor Africa Magic – Nigerianische Filme von morgens bis abends… wobei auch Love World (Dauerpredigten von nigerianischen und anderen pentacostal - Kirchen) ziemlich klassisch ist.

Unser Fixed Wireless Phone
Nun die Krankheit hab ich auch gut überstanden und war rechtzeitig zur „rödel-phase“ wieder fit. Johannes hat sich dann noch die Zeit mit unserem neuen „Fixed Wireless Phone“ vertrieben. Kein Scherz, das heißt so und steht auch so auf der Box drauf!

Die Wundertechnik wurde in China produziert und funktioniert auch so – inzwischen haben wir das dritte Telefon daheim – beim ersten haben die Knöpfe nicht funktioniert, beim zweiten brach die Verbindung nach dem Abheben in Sekunden ab und seit gestern haben wir das dritte. Heute gehen die Knoepfe schon nicht mehr. Heute abend darf ich Nr. 4 bewundern - bin gespannt, wann wir eins finden, das funktioniert. Der Camtel Beamte meinte er hätte von einem Container voll schon die Hälfte wieder zurück bekommen…

Online Zahlungen
Damit es spannend bleibt, hat Johannes dann auch versucht einen Flug online zu buchen, was in der Sperrung seiner Kreditkarte und des Onlinezugangs endete, weil die Buchung aus Kamerun kam, und bisher nicht gelöst werden konnte, da die Verbindung immer wieder abbrach und Johannes dem Telefonkundenservice nie erklären konnte, was das Problem ist. Es wird sich aber hoffentlich alles klären… Bill – unser Mitbewohner aus den USA hat erzählt, dass er seinen Paypal Account nicht mehr nutzen kann, weil er aus Kamerun versucht hat zu kaufen.

Aber man gewöhnt sich daran, dass hier einiges einfach nicht geht. Und um ehrlich zu sein – es ist auch angenehm – die Finanzkrise z.B. ging hier ziemlich an uns vorbei (können ja eh nicht mehr an unser Geld ;))…

Ein Tag am Meer
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Als die Botschafterin dann doch nicht kam, haben wir uns auch mal einen Tag am Meer gegönnt und versucht surfen zu lernen  War ein wirklich schöner Tag in Limbe – fast schon wie Urlaub  - ich hoffe ihr seid neidisch!!!!

Ach ja und noch eine Kuriosität – wir wohnen an der richtigen Kreuzung – Tuborg junction – dort steigen wir aus – es gibt zwar keinerlei ersichtlichen Grund, warum diese Kreuzung so heißt (noch nicht mal ein Tuborg Schild oder eine Bar in der Nähe), aber dort wohnen wir – beim dänischen Bier – Mama freut sich oder?

Spazieren gehen wir auch recht viel :)

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Nun aber genug geschwafelt –

Alles Liebe aus der Sonne.

Eure
Cornelia

Projektupdate - was wir so getrieben haben


Busy waren wir – as usual – und es blieb wenig Zeit zu berichten, daher nun mal ein etwas längeres Update bevor wir am Freitag wieder ins Dorf entschwinden. Viel Zeit haben wir allerdings mit warten verbracht…

Und jetzt geht es wieder rund – es kommt irgendwie immer alles auf einmal oder man ist am warten…. Aber das ist scheint international zu gelten ;)

 

Warten macht uns Europäer ja ganz gerne mürbe – die Kameruner sagen dazu:

 

Small, small – catch monkey

Das ist ein Pidgin Sprichwort – und soll soviel heißen wie: schön langsam, langsam machen – dann fängt man den Affen. Immer wieder hatten wir uns schon vor der Abreise gesagt, dass es völlig klar ist, dass vieles im Projekt länger dauern wird als geplant bzw. wir hatten das sogar versucht mit einzuplanen. Wir wussten, dass wir Probleme einrechnen müssen, die wir von Deutschland aus nicht antizipieren können. Wir dachten wir wären darauf vorbereitet, dass wir uns damit abfinden müssen, dass alles in einem anderen Rhythmus läuft. Wenn einen der Kulturschock dann doch übermannt, ist man überrascht. Denn uns war wohl nicht klar, dass der andere Rhythmus für uns gleich zu setzen sein wird mit nichtsnutzigem Warten.

 Regenschauer

Warten, dass der Regen aufhört, damit wir ins Dorf fahren können;

Warten, dass der Gewitterschauer aufhört, damit wir vor die Tür gehen können;

Warten, dass der Container ankommt, damit Johannes bauen kann;

Warten, dass das Internet funktioniert, damit man den Blog hoch laden kann;

Warten, dass der Strom wieder kommt, damit man den Laptop laden kann;

Warten auf Meetingpartner, die einfach nicht auftauchen wollen,

Warten, dass die Verkäuferin Wechselgeld organisiert…

 

Die kleinen und kurzen Wartezeiten waren und sind meist nicht schlimm. Obwohl wir uns manchmal doch ein Augenrollen nicht verkneifen können, wenn wir einfach nur eine Flasche Wasser im Laden gegenüber kaufen wollen und das Ganze zu einem 20 Minuten Trip wird, weil „Tangui finished“ ist und der Verkäufer im nächsten Laden erst 10 Minuten nach Wechselgeld suchen muss, damit er uns bedienen kann…

 

Mürbe gemacht hat uns das Warten auf die Box aus Deutschland – denn Johannes konnte erst dann anfangen seine Demonstrationsanlagen zu bauen. Zwar konnten wir die Wartezeit mit so einigem Füllen – der Trip ins Dorf für Fragebogen und zum Auskundschaften der Demonstrationsanlagenplätze, die Koordination mit den Projektpartnern, die Recherche nach Materialien, die Planung der Umweltbildung und die Vorbereitung der Trainingssessions zum Wind- und Wasserradbau. Trotzdem wussten wir, dass uns so langsam die Zeit davon rennt und Johannes anfangen muss zu bauen.

Die Zeit vertrieben hat er sich in Werkstaetten und auf der Suche nach Materialien - siehe Fotos:

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Seit 10 Tagen ist es nun soweit  - die Box ist da und ein gluecklicher Johannes bastelt vor sich hin.

 

Die erste Demonstrationsanlage zur Sensibilisierung wird am Freitag fertig, so dass wir die erste öffentliche Demonstration im Dorf beginnen können.

 

Happening im Dorf

Das Warten scheint sich auch gelohnt zu haben, denn am nächsten Wochenende ist ein großes Happening im Dorf – der M’muock Athletics Club soll gelauncht werden und gleichzeitig ist es ein Fundraising Event für das neu zu bauende Krankenhaus im Dorf geplant. Das heißt eine Menge Leute kommen zusammen und sogar der Chief ist da. Wir können uns also mit vielen Projektbeteiligten treffen und jede Menge Aufmerksamkeit auf uns ziehen und so das Interesse der Bevölkerung und der Handwerker wecken. Wir werden eine kleine Rede halten und dann den Interessierten gemeinsam mit MUDECA das Windrad zeigen und erklären, wie die Handwerker am Training, das am 7. Dezember starten soll, teilnehmen können.

 

Aber noch mal zurück zum Krankenhaus – einen abgelegeneren Platz hätten sie sich dafür nicht aussuchen können. Man muss sich erst 10 Minuten durch den Busch schlagen bis man zu diesem Ort kommt. Hier mal ein Foto.

 

Krankenhaus Foundation

Hintergrund dafür ist, dass der Chief und seine Berater das Dorf ein wenig entzerren wollen, denn bisher zentriert sich alles in der Nähe des Marktes. Daher macht es wohl Sinn das Krankenhaus hier hin zu bauen – wobei die Infrastruktur wohl noch ein wenig verbessert werden sollte, bevor hier die ersten Patienten liegen. Es wird aus Mitteln aus dem Dorf finanziert und einige der „Big Men“ aus dem Dorf, die in den Städten was geworden sind, finanzieren das Krankenhaus mit. Wenn es etwas weiter gebaut ist, wird der Chief versuchen, die Regierung davon zu überzeugen die Ärzte und Krankenschwestern für das Krankenhaus zu bezahlen, was wohl auch meist so funktioniert – das Dorf macht die erste Contribution, dann kommt die Regierung dazu und hilft.

 

Dieses Projekt hat uns mal wieder gezeigt, dass M’muock es wirklich versteht seine Leute zusammenzuhalten –  viele fühlen sich dem Dorf auch später noch verantwortlich und helfen mit, das Dorf zu entwickeln. Der Chief und MUDECA spielen dabei eine recht große Rolle. Ich finde das einfach nur bewundernswert und es freut mich wirklich, dass wir mit so tollen Menschen in diesem Projekt zusammen arbeiten. MUDECA wird sich auch finanziell an unserem Projekt beteiligen und den Handwerkern die Möglichkeit eines Stipendiums für die Ausbildung geben. Wie das genau aussehen wird, darüber berichten wir dann nach unserem nächsten Trip.

 

Zurück also zu unseren Wartezeiten und den Dingen mit denen wir die Wartezeit überbrückt haben.

 

Douala – die verhasste Stadt und die Korruption

Dort war Johannes nun wirklich oft und hat gewartet – auf Nachrichten von Edwin und dem Clearing Agent, den er zwischendurch auf offener Straße fast verprügeln wollte, weil er ständig neue Gebühren erfand. Wir haben nun sogar ein Handbuch verfasst – wie man Dinge legal aus dem Zoll bekommt und sich von den Beamten nicht einschüchtern lässt. Ein Erfolg, der hart erkämpft wurde, oft waren wir kurz davor einfach alles dort zu lassen. Und auch wenn Edwin nicht wirklich geglaubt hat, dass wir das je auf die legale Weise schaffen und nach wie vor überzeugt ist, dass es durch „Tankfüllungen“ billiger geworden wäre, hat er brav mitgespielt. Schon eigenartig – Edwin hat Politikwissenschaften studiert und möchte seinem Land helfen zu einer Demokratie zu werden. Dennoch ist die Korruption so sehr in sein Leben verwachsen, dass er schon gar nicht mehr sieht, wann er korrupt handelt. Man kann ihm keinen Vorwurf machen – er ist damit aufgewachsen und es ist das System, das er gewohnt ist. Er ist seiner Ansicht nach machtlos es zu ändern bzw. sein Leben wird um ein vielfaches schwerer, wenn er sich anders verhalten will.

 

Uns macht Korruption einfach nur fürchterlich sauer – es ist so ungerecht und jeder der davon profitiert wird zum Übeltäter und persona non grata. Wir haben selbst festgestellt, wie wir auf die ganzen offensichtlichen Fragen nach einer „Tankfüllung“ mit generellem Vertrauensverlust reagiert haben – plötzlich war jeder hier eine Mitspieler im Korruptionskarussell –jeder will Geld von uns. Das haben wir inzwischen wieder abgelegt, aber es zeigt wie sehr Korruption einem Land schaden kann, wie sehr das System aber auch verwurzelt ist und wie schwierig es ist, es zu bekämpfen.

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Douala – der Hort der Korruption –

(d.h. der Zollhafen in Douala) ist noch dazu heiß, ätzend, stinkt, hat Dauerstau und ist, wenn man die schöne kühle Luft von Buea und M’muock gewohnt ist, einfach nur die Hölle. Johannes hat mehrere Tage dort verbracht – beim Versuch die Box aus dem Zoll zu bekommen (Siehe sein Blogbeitrag). Ich musste Gott sei Dank nur einmal hin – um den Zollbeamten himself zu treffen, den ich am liebsten eigtl. mal sagen wollte, was für ein grandioser Depp er ist und fragen wollte, ob er nachts schlafen kann, da er durch sein Verhalten das Leben so vieler Kameruner schwerer macht und wegen Menschen wie ihm dieses Land zu Grunde geht. Ich habe mich dann aber eines Besseren besonnen und ihn einfach nur freundlich angelächelt – das schien auch eine bessere Wirkung zu haben, es dauerte dann zwar noch 1 Woche, aber wir bekamen die Box.
Johannes hat wie gesagt so einige Tage in der stinkenden Hitze verbracht, hat festgestellt welche Tankstelle um wieviel bescheisst, hat Zeit mit dem Fahrer John verbracht und musste im Moloch auch noch einkaufen. Er hat u.a. Tage damit verbracht nach Polyester Resin zu suchen – nach absolut widersprüchlichen Angaben von unserem Projektberater in Dschang (Prof. Tangka) und John – seinem ehemaligen Studenten, der auch bei Nkong Hilltop arbeitet, hatten wir schon fast aufgegeben den Polyester Resin zu finden. Johannes hat aber nicht aufgegeben – und siehe da – er wurde fündig
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Auch auf dem Metallmarkt in Douala – und wenn man großzügig ist, beschreibt man es als eine kleine Garage in der Metall aller Art verkauft wird. Bei Johannes erstem Besuch waren die Metallgegenstände noch halbwegs moderat im Preis – die Verkäufer waren wohl überrascht einen Whitemen dort zu sehen (dort kommen wohl nicht viele hin). Bei seinem zweiten Besuch waren die Preise inflationär gestiegen… Das ist eine der großen Herausforderungen für den Bau der Demonstrationsanlagen – die Preise sind einfach oft horrend. Daher ist es auch wirklich gut, dass die Handwerker, die wir ausbilden, ihre Materialien selbst mitbringen sollen, denn wir könnten sie nur zu viel zu hohen Preisen erwerben.


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Capacity Building: Project Proposal Writing, Budgeting and Fundraising Workshop

Mit Nkong Hilltop hatten wir vereinbart, dass wir auch Capacity Building Workshops anbieten und da Fundraising und Proposal Writing eines der großen Probleme vieler Organisationen hier ist, habe ich mit einigen Organisationen gemeinsam nun eine kleine Arbeitsgruppe in Buea organisiert. Da ich auch anderen Organisationen die Möglichkeiten der Teilnahme geben wollte und v.a. da ich bei Link Up die DSL Internet Verbindung zu einer günstigen Flatrate für meinen Onlinejob benutzen kann, habe ich den ersten Workshop für eine größere Gruppe geöffnet.

Das Thema der Gruppe, die ich nun über das Jahr begleiten werde, heißt Fundraising – hat aber im Moment mehr mit Proposal Schreiben und budgetieren zu tun. Ich habe eine wirklich nette Gruppe von Leuten – Mitarbeiter und Übersetzer der Gehörlosenschule und ihr Headmaster, Mitarbeiter von Link Up, die sich um Waisenkinder kümmern und Mitarbeiter von Nkong Hilltop.

Gemeinsam lernen sie, wie sie ihr Projekt und ihre Organisation gegenüber ausländischen Sponsoren darstellen können und wie sich am besten um Förderungen bewerben. Am Ende sollen sie alle für ihr jeweiliges Projekt einen Projektplan und ein Organisationsprofil selbständig erstellt haben. Bisher klappt es wirklich ganz gut und sie arbeiten alle toll mit. 

 

 Fundraisingworkshop

Umweltbildung

Auf der Suche nach einer Ratgeber Organisation für Umweltbildung oder auch Bier, Essen und Geld, Geld, Geld…

Das erste Treffen mit ERUDEF haben wir verbucht unter: Schlimmstes Treffen mit möglichen Partnern ever. Da wir festgestellt haben, dass wir für den Teil Umweltbildung einen Berater vor Ort brauchen, da Nkong Hilltop keine Erfahrung in diesem Bereich hat und wir uns mit den tropischen Pflanzen und tropischem Farming zu wenig auskennen, hatten wir uns auf die Suche begeben. Buea hat mindestens vier Organisationen, die im Bereich Umweltbildung tätig sind. Ich habe sie alle kontaktiert und drei davon besucht – eine Organisation hat leider nie geantwortet. Die erste war „Safe the nature“ – eine one-man show, der Herr der sie leitet befasst sich viel mit Organic farming, hatte aber leider keine Ahnung von Waste-Management und Community-based-Umwelterziehung – etwas, das wir aber brauchen. Daher ging es dann weiter zu Benjamin von People Earthwide. Benjamin hat für die EU ein Umweltbildungsprojekt geleitet bis 2005 – er hat das Thema für den kamerunschen Lehrplan aufbereitet. Er machte auf mich einen sehr professionellen Eindruck und wir waren der Ansicht, dass er eine gute Beratungshilfe wäre. Das hat sich allerdings in den letzten drei Tagen schlagartig geändert. Dazu aber unten mehr. Erst mal zu Louis.

Wir trafen uns also mit ERUDEF – denn ERUDEF arbeitet bereits in der Lebialem Region an Umweltthemen. ERUDEF ist eine Organisation, die sich mit dem Schutz der Wildtiere und Pflanzen befasst. Sie haben also z.B. Baumpflanzungsprojekte und Projekte, die sich mit der Aufzucht von „Bushmeat“ (Buschfleisch) befassen. Dieses Treffen war allerdings eine mega Katastrophe, erstens wurde von morgens bis abends von Geldsorgen gesprochen – Louis braucht Geld für seine Projekte, und zweitens hat er nicht verstanden, was wir wollen bzw. hatte soweit wir das sehen konnten auch keinerlei Erfahrung in Wastemanagement. Johannes und ich wurden während des Meetings immer unruhiger und konnten ihn einfach nicht davon abringen von Geld zu sprechen… Am Ende lud er uns zu einem Drink ein – um 15.00 Uhr – ein Bier – und das ohne Mittagessen im Magen. Wir wollten einfach nur heim und begingen dann den Fehler unser Bier zu schnell zu trinken, wir konnten gar nicht schnell genug stopp schreien, da stand das nächste Bier schon offen vor uns… Man ist ja höflich – also tranken wir auch dieses und konnten uns dann Gott sei Dank, allerdings nicht mehr so ganz nüchtern, abseilen. Ob er versucht hat mit Bier unsere Erinnerung an das Treffen zu verwischen ;)?

Ähnliche Erfahrungen mit Louis hat ein kanadischer Bekannter von uns gemacht – auch hier wollte Louis nur Geld. Unser Bekannter versucht dies nun zu umgehen und will ihm folgenden Vorschlag machen: Die Schulkinder pflanzen Bäume und bekommen pro 2 Bäume ein Buch. Mal sehen, ob Louis darauf eingeht – wir sind gespannt ;)

Nun soweit also zu Louis. ERUDEF hat aber im Dorf schon ein Forest-Village Committee eingerichtet – daher werden wir uns im Bereich „Deforestation“ und Treeplanting mit ihm abstimmen. Da das aber nicht unser zentraler Bereich ist – kommen wir uns auch nicht in die Quere.

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Wir hatten uns dann also eigentlich für Benjamin entschieden – nur hat der sich nun in den Verhandlungen in denen es um Geld ging also so dermaßen dreist und stur herausgestellt, dass wir nun wieder ohne „Berater“ da stehen. Benjamin wollte nämlich dann gleich mal 300 Euro am Tag, um einen Projektbesuch abzustatten. Generell wollte er horrende Summen, die für uns einfach indiskutabel sind, schließlich wollten wir nur ein seinen Rat bei ein paar Fragen der Projektumsetzung und des Trainings. Nun werden wir uns selbst durchbeißen müssen.

Unsere Erfahrung war also milde gesagt – erschütternd – der Versuch einen Vertrag für Beratung hier einzugehen ist auf aller Linie gescheitert. Wir hatten uns mehrfach mit Benjamin getroffen und er hatte uns auch schon gute Tipps gegeben, die wir ihm natürlich als Beratung nun auch entlohnen werden, und ich hatte gehofft, dass es eine gute Vereinbarung und Zusammenarbeit kommt. Dann wurde er leider zu geldgierig, hat uns seinen Vorschlag gemacht und uns dann zum Essen eingeladen – wie üblich – diesmal aber ohne Bier. Der Vorschlag war wie gesagt – unakzeptabel – das essen aber trotzdem lecker… Benjamin hat wohl gedacht wir sind UNICEF und können solche Beträge was zahlen – aber so funktioniert das bei uns nicht – das Geld soll ja v.a. ins Projekt und in die Bildung gehen und nicht in die Beratung.  

Er hat sich dann in den Nachverhandlungen auch ziemlich daneben aufgeführt – ich gebe zu – ich war auch ganz schön sauer, dass er uns so ausbeuten will – und so kam eins zum anderen und inzwischen sind die Fronten leider so verhärtet, dass keine Zusammenarbeit möglich ist, da sich beide Seiten verarscht vorkommen. Wir werden ihn nun für die bisherige Hilfe entlohnen und dann muss es ohne Ratgeber gehen – und das wird es auch, da sind wir zuversichtlich!

 

Lesson Learned und der Vetrauensverlust

Es ist wirklich schade, da ich Benjamin vertraut hatte – er machte einen sehr wissenden Eindruck und ich hatte zu Beginn das Gefühl, dass es ihm wirklich ums Projekt geht und um was wir dort erreichen wollen. Am Ende ging es doch wieder nur darum, wie man am meisten Geld aus dem Whiteman raus bekommt. Und das hat uns wirklich geärgert – 300 Euro am Tag???? Ein Projektassistent bekommt hier ca. 100 Euro/Monat…

Gelernt haben wir, dass wir in Zukunft mit einem eigenen Vorschlag, der 1/5 dessen enthält, was wir ausgeben wollen, aufwarten müssen.

Zeit hat es gekostet – und Nerven – aber Erfahrung gebracht – und leider auch das Vertrauen in so einige NGOs erschüttert…


 

Die Fragebögen aus dem Dorf

Aber wieder zu den positiveren Dingen – die Fragebögen sind inzwischen auch aus dem Dorf bei uns eingetroffen und wurden wirklich gut bearbeitet, sie erreichten uns vor einer Woche. D.h. also genau zu der Zeit in der sich alles wendete und wir von warte-status in – rödel-status umgeschaltet hatten. Und da sich nun aber gerade alles wieder stapelt, kommen wir erst die nächsten Tage dazu sie genau auszuwerten. Mehr dazu dann im Projektzwischenbericht.


 

Johannes und das erste Windrad

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In unserer Garage in Buea baut Johannes nun seit Eintreffen der Box am ersten Demonstrationswindrad, das im Dezember im Dorf aufgebaut werden soll. Und es ist schon fast fertig. Etienne – ein Bekannter, der uns von Bill empfohlen wurde, sollte ihm ein wenig beim Bau helfen… Leider hat es Etienne nicht so sehr mit der Genauigkeit – ein Problem, das sich wohl durch das ganze Projekt ziehen wird und noch so einige Problemchen nach sich ziehen wird – da Genauigkeit keine besonders kamerunsche Tugend ist…

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Etienne (mit Edwin auf dem Foto) hat sich z.B. wahnsinnig gefreut, als seine Zeichnung nur 1cm abweichend war, nur wenn man das auf einen größeren Maßstab – also auf die Rotorenblätter umrechnet, macht das gleich mal 10cm…

Da er auch ein wenig sturköpfig ist – er macht einfach nicht das, was man ihm sagt, haben wir uns entschieden ihn nicht weiter im Projekt mit zu beteiligen. Wir haben inzwischen festgestellt, dass Edwin zwar eine große Hilfe im Projekt ist, dass er aber Akademiker ist, und daher nur schwer das Technische versteht. Daher möchten wir gerne einen zweiten Projektassistenten, der Techniker ist und der dann die Schulungen in weiteren Projekten übernehmen kann. Den Posten werden wir wohl demnächst ausschreiben und dann allen eine praktische Aufgabe geben, um zu sehen, wie genau sie arbeiten…

 

Bis dahin baut Johannes aber erstmal weiter. Und ich darf auch ab und zu mal helfen.

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Die Botschafterin, die doch nicht kam

Zwar baut er nun nicht mehr 12 Stunden am Tag wie noch letzte Woche, als wir noch mit dem Besuch der Botschafterin Blumenberger-Sauerteig rechneten, aber er bastelt ;). Ja der Besuch der Botschafterin – das war auch so eine Geschichte. Am letzten Dienstag schrieb man uns eine Email in der es hieß, dass die Botschafterin am Wochenende unser Projekt besuchen kommen wollte. Wir also in heller Aufregung und Panik und schon am Vorbereiten für den hohen Besuch – und dann – die Enttäuschung – sie kommt doch nicht, weil ihr Programm zu voll ist. Deutsche Planung funktioniert in Kamerun wohl nicht nur für uns nicht. Wir freuen uns aber schon auf ihren nächsten Besuch in Buea/Limbe - vielleicht klappt es ja dann. After all – it’s africa – also kann man ihr keinen Vorwurf machen.

 

Essenseinladungen

Das Warten und nun auch die hektische Zeit wurden immer mal wieder unterbrochen von Essenseinladungen und social visits. Dabei haben wir Leckereien wie porky pine und king rat (ja Ratte) ertragen und sind nun aber froh, dass sich herum gesprochen hat, dass wir am liebsten Pommes und Hühnchen essen.

 

Selbst eingeladen haben wir auch schon – es gab Fischfilet – der arme Johannes musste die Fische ausnehmen und filetieren und dazu Kartoffelbrei mit Buttersenfsauce – kam bei den Kameruner nicht ganz so dolle an – aber bei den internationalen Gästen. Ich muss also doch lernen wie man Fufu und Aeru kocht…Auf dem Foto ein Essen am Sonntag bei Edwin zu Hause mit seiner Mutter.

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(Ja ihr dürft über das dämliche Kleid lachen!)

 

Nun aber auf ins Dorf – am Freitag geht es los – wir werden berichten!

 

Herzliche Grüße aus Buea (mit den gelben Taxis bewegen wir uns fort)

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Cornelia und Johannes

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